Kommentar

Gestrafte Kunden

Alexander Jungert zu Gebühren am Geldautomaten

 

Nach Beschwerden von Verbrauchern hat sich das Bundeskartellamt intensiv damit beschäftigt, was Fremdkunden an einem Geldautomaten für das Abheben zahlen müssen. Denn bis zu fünf Euro oder teilweise mehr ist reiner Wucher. Ein Ende ist nicht in Sicht. Das Kartellamt macht es sich deshalb in seinem Untersuchungsbericht zu einfach, wenn es erklärt: Dann sollen die Kunden eben woanders hingehen, wenn sie sparen wollen.

Die Versorgung mit Bargeld ist schon heute oft schwierig. Und das eigene Institut manchmal nicht in der Nähe, wenn man es braucht. Banken und Sparkassen schließen aus Kostengründen immer mehr Filialen oder bauen Geldautomaten ab. Bürger auf dem Land haben es dabei noch schwieriger als in der Stadt. Die Gebühren schmerzen. Klar müssen Fremdkunden im Vergleich zu eigenen Kunden eines Instituts (mehr) belangt werden. Aber bitte verhältnismäßig.

Zwar werden die Kosten beim Geldabheben angezeigt. Aber wie sie zustande kommen, weiß keiner so recht. Oft hat man das Gefühl, dass Institute ihre Gebühren erheben, wie es ihnen gerade passt. Wie bei anderen Dienstleistungen auch. Da muss der Gesetzgeber auf alle Fälle genauer hinschauen.

Zum Thema