Kommentar

Gewiefte Verführer

Bettina Eschbacher zum Preisgebaren der Online-Händler

Die aktuelle Studie der Verbraucherzentrale Brandenburg legt zuallererst eines nahe: Konsumenten sollten nicht ihr Hirn ausschalten, wenn sie durch das Internet surfen. Sicher, im Netz können sie so ziemlich alles bequem von zu Hause aus bestellen. Doch die Verkäufer, die all diese bunten Wünsche erfüllen, sind Wirtschaftsunternehmen, die sich ausgeklügelter Computerprogramme bedienen.

Wie diese funktionieren und wie sie Preise festlegen, das können die Nutzer nicht durchschauen. Sie sollten aber versuchen, sich dem Lockruf vermeintlicher Schnäppchen mit einem kühlen Kopf zu entziehen – und den Online-Anbietern nicht bedingungslos vertrauen. Vergleichen, Abwarten, Spontan-Käufe vermeiden und scheinbar attraktive Angebote immer wieder hinterfragen, das sind Strategien für eine höchst komplexe Internetwelt.

Zudem wächst die Gefahr, dass Online-Händler ihre Preisangebote nicht nur immer wieder ändern, sondern auch personalisieren. Geschickte Anbieter können es sich zunutze machen, dass Kunden und Nutzer sozialer Medien zahlreiche persönliche Daten preisgeben – und dem Einzelnen genau das Produkt verteuern, das er besonders begehrt.

Am Ende zahlen womöglich alle mehr – und merken es nicht einmal.

 
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