Kommentar

Grausames Spiel

Thomas Spang zu Donald Trumps neuester Kehrtwende

Jetzt neu: Donald Trump in der Version 2.0. Der wahre Meister des politischen Deals findet endlich zu sich selbst. Aus der Haut des Rassisten schlüpft ein überparteilicher Macher, der den Demokraten die Hand reicht und Amerika zusammenbringt. Ein Präsident mit Herz für Migranten-Kinder, die er vor der Abschiebung ins Niemandsland schützen will.

Wer es glaubt, wird selig. Die Halbwertzeit der Aussagen dieses Präsidenten entspricht maximal der eines Twitter-Zyklus. Im Fall des voreilig verkündeten Deals über die "Dreamer" hielt sie keine 24 Stunden.

Trump erweist sich einmal mehr als zynischer Manipulator, der mit den Hoffnungen und Ängsten von hunderttausenden Kindern illegaler Einwanderer ein grausames Spiel betreibt. Läge ihm deren Schicksal wirklich am Herzen, hätte er das DACA-Dekret Barack Obamas einfach unangetastet gelassen.

Trump hat sich diesmal verkalkuliert, weil er mit seinem Taktieren gegen die letzten Bastionen der traditionellen Republikaner im Kongress auch die eigene Basis verunsichert hat.

Der US-Präsident kann es sich nicht leisten, seine Fans zu verlieren, auf deren treue Gefolgschaft seine Macht gründet. Deshalb wird es nicht lange dauern, bis alles nur ein "Missverständnis" der "Fake News" war. Wetten, dass?