Kommentar

Grün gewinnt

Peter Reinhardt sieht die EnBW auf einem guten Weg

Als Frank Mastiaux vor acht Jahren bei der EnBW als Vorstandschef antrat, war das Überleben des Unternehmens keineswegs ausgemacht. Da hatte die Politik gerade den Ausstieg aus der Kernkraft beschlossen, die bei dem Karlsruher Energiekonzern die Stromerzeugung dominierte. Der neue Mann steuerte konsequent um in Richtung erneuerbare Energien. Es hat einige Zeit gedauert, bis die Erfolge sichtbar wurden. Nun meldet Mastiaux stolz, dass er die langfristigen Ziele schon ein Jahr vor der angestrebten Frist erreicht hat.

Nicht alle Projekte waren von Erfolg gekrönt, aber insgesamt steht die EnBW recht solide da. Zum Beispiel wird es lange dauern, bis sich die hohen Investitionen in den Aufbau eines Ladesäulennetzes für Elektroautos rentieren werden. Aber fürs Image des ehemaligen Atomkonzerns ist das Engagement in Elektromobilität schon heute gut.

Etwas überraschend erscheint der optimistische Blick ins laufende Geschäftsjahr, das viele Branchen an den Abgrund bringt. Weil die EnBW ihren noch zu produzierenden Strom schon verkauft hat, kann sie einen Ergebnissprung erwarten. Einen Grund, sich zurückzulehnen, gibt es für die Nummer drei im deutschen Stromgeschäft aber nicht. Beim Kohleausstieg sind ihre Interessen untergebuttert worden und beim Ausbau der Windkraft an Land geht nur wenig voran. In beiden Fällen ist die EnBW auf die Politik angewiesen.

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