Kommentar

Gründlich überdenken

Archivartikel

Wolfgang Mulke zu den geplanten Regeln für E-Tretroller

Bald sollen die ersten Elektro-Roller auf Straßen und Gehwegen fahren. Doch die Verordnung, die dies ermöglicht, ist nicht durchdacht. Entweder zieht in den großen Städten Chaos auf den Bürgersteigen oder auf den Radwegen ein. Die Neuregelung erweist sich als Schnellschuss, besser vorschneller Schuss von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer.

Zum Glück kommt der CSU-Politiker an den Bundesländern nicht vorbei. Sie wollen sich offenbar mehrheitlich für ein Verbot der sogenannten Scooter auf Gehwegen aussprechen. In Wien, Madrid oder Auckland wurden die E-Roller erst zugelassen, dann wieder verboten. Viele Unfälle mit Passanten haben die Stadtväter dazu bewogen. Statt daraus zu lernen, wiederholt Scheuer deren Fehler. Seine Regelung sieht vor, dass nur die langsameren Tretroller auf dem Gehweg fahren dürfen. Doch die Erfahrung lehrt, dass dies gar nicht zu kontrollieren ist. Die Bundesländer würden die Scooter am liebsten auf den Radweg zwingen. Dort werden sie jedoch den schnelleren Radverkehr ausbremsen – Konflikte sind programmiert. Es wäre besser, das Regelwerk noch einmal gründlich zu überdenken, um die Risiken für alle Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten.

 
Zum Thema