Kommentar

Grünes Image

Madeleine Bierlein über Nachhaltigkeit in der Wirtschaft

Ob Volkswagen, Roche oder Aldi: Immer mehr Konzerne setzen sich strenge Nachhaltigkeitsziele, bauen etwa E-Mobilität konsequent aus, verringern den CO2-Ausstoß und reduzieren Plastikverpackungen. Dahinter steckt aber nicht nur ein zunehmendes Umweltbewusstsein bis in die Chefetagen, sondern knallhartes wirtschaftliches Kalkül. Denn: Nachhaltigkeit macht sich für Unternehmen bezahlt.

So senken ein sparsamerer Energieverbrauch oder selbst produzierter Strom schlicht Kosten – vor allem in energieintensiven Branchen. Ebenso wichtig, wenn nicht noch wichtiger: Nachhaltigkeit verbessert das Image. Man denke nur an Dieselskandal, Berichte über unwürdige Arbeitsbedingungen im Ausland oder die Vernichtung von Urwäldern. Unternehmen, die sich von der rigorosen Ausbeutung von Ressourcen verabschieden, können damit in Zeiten des Klimawandels erfolgreich Kunden binden. Dass diese tatsächlich dazu bereit sind, für umweltfreundliche Produkte mehr Geld auszugeben, zeigen mittlerweile zahlreiche Umfragen.

Zwischen Wunsch der Verbraucher und Wirklichkeit klafft aber noch eine große Lücke. Und in die stoßen inzwischen zahlreiche grüne Start-ups mit Angeboten wie Bambuszahnbürsten oder nachhaltiger Mode. Alteingesessene Firmen müssen da zusehen, dass sie nicht den Anschluss verpassen. In Bezug auf Kunden – und im Kampf um die Köpfe. Wer hochqualifizierte und motivierte Mitarbeiter sucht, muss ihnen heutzutage etwa bieten. Gerade die junge Generation legt Wert auf Work-Life-Balance, faire Arbeitsbedingungen und eine nachhaltige Firmenphilosophie. Mit einem dicken Firmenwagen hingegen lässt sie sich immer seltener locken.