Kommentar

Gut angelegtes Geld

Archivartikel

Thorsten Langscheid über die Schwimmbäder der Stadt

Die Eintrübung des Schwimmbeckens im Neckarauer Hallenbad lenkt den Blick auf eine öffentliche Aufgabe, die viel Geld kostet. So liegt der Deckungsgrad des Neckarauer Bades bei ungefähr 25 Prozent – für ein Hallenbad ist das ein sehr guter Wert. Das heißt: für jeden Euro, den wir Bürger Eintritt bezahlen, legt die Allgemeinheit der Steuerzahler drei Euro drauf. Gut angelegtes Geld, denn das Bad zählt um die 100 000 Besucher pro Jahr, darunter viele Kinder, die hier schwimmen lernen. Von der nun hoffentlich bald überstandenen Eintrübung einmal abgesehen, ist das Neckarauer Bad nach der Sanierung vor einigen Jahren auf dem aktuellen Stand der Technik, was man leider nicht von allen Mannheimer Schwimmbädern behaupten kann. Im Gegenteil: Technik und Gebäude sind fast überall marode, es müsste dringend investiert werden.

Fünf Hallen- und vier Freibäder leistet sich die Stadt. Zuviel, sagen Gutachter und verweisen auf ein Problem, das beileibe nicht nur in Mannheim auf der Tagesordnung steht. Ein Sanierungsbedarf von deutschlandweit rund zehn Milliarden Euro bei einem gleichzeitigen Überangebot an Schwimmbädern treibt vielerorts Gemeinderäte und Stadtverwaltungen um. An einer entsprechenden Bäderkonzeption wird im Rathaus seit langer Zeit gefeilt – und die sieht Schließungen der maroden Schwimmbecken sowie den Neubau von Kombi- und Sportbädern vor.