Kommentar

Gut angelegtes Geld

Archivartikel

Peter W. Ragge zum Aufwand des Neujahrsempfangs.

Der Name „Neujahrsempfang“ klingt steif, doch die Veranstaltung ist es in Mannheim keineswegs. Während sich in anderen Städten nur die geladenen Honoratioren treffen und gegenseitig ihrer hohen Bedeutung versichern, wird in der Quadratestadt jetzt seit 20 Jahren viel mehr geboten. Alle Säle im Rosengarten und alle Foyers, von unten bis unters Dach, sind belegt, und überall ist Programm, kann man viel sehen und hören, etwas erleben und erfahren.

Das hat natürlich seinen Preis. 170 000 Euro stehen im Etat der Stadtverwaltung dafür bereit, dazu kommen Personalkosten für rund 1300 Stunden des Organisationsteams. Die beteiligten Ämter, Firmen, Einrichtungen und Verbände haben zusätzlichen Aufwand – keine Frage.

Aber das ist gut angelegtes Geld. Das beweisen jedes Jahr die hohen Besucherzahlen und die große Resonanz. Die Stadt hat es geschafft, den 6. Januar zu einem beliebten, großen Treffpunkt und sehr gefragten Marktplatz zu machen, den Vereine, Unternehmen, Verbände, Kultureinrichtungen wie Selbsthilfegruppen sehr gerne nutzen.

Hier können sich schon engagierte Menschen austauschen und vernetzen. Zudem wird auf populäre, lebendige Weise für ehrenamtliches Engagement sowie die enorme Vielfalt des Vereinslebens in unserer Stadt geworben, aber auch aktuelle Projekte der Stadtentwicklung kann man kennenlernen. Damit ist der Neujahrsempfang eine Art Bürgerbeteiligung, die diesen Namen wirklich verdient.