Kommentar

Gut investiert

Archivartikel

Stefan Proetel zur Möglichkeit der Radcodierung

Ganz unemotional gesagt: Fahrräder sind kostengünstige, saubere Verkehrsmittel. Fahrräder sind aber auch Objekte, die Besitzer im Laufe der Zeit lieb gewinnen. Das alte Stadtmodell mit Patina, das treue Tourenrad oder das moderne Pedelec: Es schmerzt, wenn Diebe die guten Stücke mit Bolzenschneidern von Schlössern befreien oder rabiat aus Kellern ziehen. Wer einen solchen Verlust schon einmal erlebt hat, wird nach dem Kauf eines neuen Rads nicht lange zögern und es mit seinem persönlichen Code versehen lassen. Das ist empfehlenswert. Denn ein codiertes Fahrrad ist für Diebe und Hehler kaum etwas wert. Und: Die Chance, es nach einem Verlust wieder zu bekommen, ist deutlich höher. 15 Euro, die der ADFC für die Prägung verlangt, sind also gut investiert.

Dass die baden-württembergische Polizei die Codierung von Rädern zum 1. Januar dieses Jahres eingestellt hat, ist gleichsam nachvollziehbar (personeller Aufwand, Kosten) wie schade. Weil die Polizei eben damit genau das unterlässt, was sie eigentlich empfiehlt. Löblich, dass der ADFC Mannheim in die Bresche springt und – hoffentlich langfristig – Codieraktionen anbietet. Auch wenn die Zahl der Fahrraddiebstähle in Mannheim und im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums leicht gesunken ist: Warum sollte man es Dieben leicht machen? Wer ein richtig gutes Schloss verwendet und sein (codiertes!) Rad an- statt nur abschließt, hält schlimme Finger auf Distanz.

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