Kommentar

Gute Aussichten

Bertram Bähr zur Investorensuche für das „Kurpfalz“

Es ist die Aufgabe eines Insolvenzverwalters: Er muss im Sinne der Gläubiger retten, was zu retten ist. Das ist oft am einfachsten, wenn ein zahlungsunfähiges Unternehmen vorerst weiterarbeitet. Wenn es um den Fortbestand von Firmen geht, gehört deshalb eine gehörige Portion Zweckoptimismus zum Geschäft des Rechtsanwalts. So verwunderte es vor knapp drei Monaten nicht, dass der vorläufige Insolvenzverwalter für das „Kurpfalz“ betonte: „Es besteht für Schüler, Eltern und Lehrer kein Anlass zur Sorge.“ Und er nannte als Ziel, bis Anfang 2019 eine tragfähige Zukunftslösung zu präsentieren.

Seit gestern steht fest: Der Insolvenzverwalter hat Wort gehalten und hervorragende Arbeit geleistet. Mit dem Kolping-Bildungswerk Württemberg präsentierte er einen potenziellen neuen Träger, der an 40 Standorten in ganz Baden-Württemberg tätig ist und rund 10 000 Menschen beschult. Bevor das Bildungswerk tätig werden kann, müssen Amtsgericht und Gläubiger dem Insolvenzplan noch zustimmen. Ist diese Hürde genommen, hat das „Kurpfalz“ gute Aussichten, die Mannheimer Bildungslandschaft noch lange mitzuprägen. Vor allem für Schüler, Eltern und Lehrer ist das eine gute Nachricht.