Kommentar

Gute Töchter

Alexander Jungert zum Geschäft von Südzucker

Für Zuckerhersteller in Deutschland ist es momentan richtig bitter. Wettbewerbsverzerrungen machen ihnen das Leben schwer. Die Zuckerpreise sind historisch niedrig und werden es vermutlich noch eine ganze Weile bleiben. Auch Europas größter Hersteller Südzucker aus Mannheim leidet darunter. Der Konzern kann sich glücklich schätzen, so gute Tochtergesellschaften zu haben – ohne sie sähe es noch düsterer aus. Denn sie gleichen die Verluste im Kerngeschäft aus. Zwar schwächelt das Fruchtsegment. Doch die Sparte Spezialitäten – dazu gehören die Pizzabäcker Freiberger und Alberto – setzt im zweiten Quartal das Wachstum fort und schafft mehr Gewinn. CropEnergies hat schon am Mittwoch verkündet, dass der Gewinn durch höhere Ethanolpreise deutlich gestiegen ist. Es zahlt sich aus, dass Südzucker auf mehreren Beinen steht und sich nicht nur auf das Kerngeschäft verlässt.

In den kommenden zwölf bis 18 Monaten erwartet der Konzern keine spürbaren Verbesserungen. Allein diese breite Spanne zeigt, wie stark sich der Markt verändert und dass er von hoher Unsicherheit geprägt ist. Klar: So etwas gefällt den Anlegern nicht, wie man am Donnerstag eindrucksvoll gesehen hat. An der Börse wird schließlich die Zukunft gehandelt.