Kommentar

Guter Anfang

Wolfgang Mulke über die Vereinbarung zum Plastikmüll-Export

Das Geschäft mit Müll aller Art findet meist abseits der öffentlichen Wahrnehmung statt. Dabei stellt Abfall einen recht großen Wert dar. Für manche Firma, weil sie die wiedergewonnenen Rohstoffe gut verkaufen kann. Andere profitieren von den Gefahren einiger Reststoffe, deren Entsorgung sie sich teuer bezahlen lassen. Es gibt eine florierende Kreislaufwirtschaft ganz anderer Art. Die Industrieländer schicken ihren Müll in ärmere Staaten, um ihn loszuwerden.

Die nun getroffene internationale Übereinkunft zu einer starken Einschränkung beim Export von Plastikmüll ist ein gutes Vorbild. Nur noch sortierte Kunststoffe sollen von Land zu Land gelangen. So können sie recycelt und erneut eingesetzt werden. 187 Staaten haben die Konvention unterzeichnet. Das zeigt, wie die globale Kooperation zugunsten der Umwelt funktionieren kann, selbst wenn die USA als stärkster Müllproduzent nicht mitmacht. Wie wichtig der Kampf gegen den Plastikmüll ist, lässt sich an wilden Stränden rund um den Erdball leicht begreifen. Dort landet ein kleiner Teil der Plastikabfälle, und der Betrachter erahnt, wie viel davon in den Meeren herumschwimmt und am Ende den Fischbestand und damit die Nahrungskette des Menschen bedroht.

Die Konvention sollte zum Vorbild auch für andere gefährliche Abfälle werden. Vor allem beim Elektroschrott sind die Zustände unhaltbar. Schiffe verfrachten Berge von Platinen und Kleinteilen zum Beispiel nach Afrika, wo Menschen ungeschützt die teils giftigen Bestandteile sortieren müssen. So entledigen sich die reichen Länder ihrer Verantwortung für den eigenen Konsum. Am besten wäre natürlich eine Konstruktion der Elektronik, die am Ende eine vollständige Wiederverwertung ermöglicht. Doch davon ist die Industrie in vielen Bereichen noch weit entfernt. Deshalb braucht es Regeln, die den Export der Wohlstandsabfälle in für alle verträgliche Formen bringt.

 
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