Kommentar

Gutes Konzept mit Lücken

Archivartikel

Peter W. Ragge zu den neuen Ideen für den Luisenpark

Endlich! Nach langen Debatten hinter verschlossenen Türen liegt es vor: das neue Parkentwicklungskonzept.

Richtig ist, dass in beiden Stadtparks nicht alles bleiben kann, wie es ist. Auf den unübersehbaren Sanierungsstau, der sich viel zu lange aufgetürmt hat, muss jetzt ebenso schnell reagiert werden wie auf geändertes Freizeitverhalten, höhere Ansprüche der Gäste und die 2023 anstehende Bundesgartenschau.

Auf deren Hauptschauplatz, den Spinelli-Kasernen, soll ja nach dem sommerlangen Fest kein Eintritt mehr erhoben werden - sprich da entstehen bauliche Provisorien. Anders bei den Stadtparks: Sie sind schon bisher wichtiger Erholungsort für Mannheimer wie Anziehungspunkt für zahlreiche Besucher aus der Region und weit darüber hinaus. Hier muss die Stadt alles tun, damit sie ihren hohen (in den vergangenen Jahren ja leider schon deutlich zurückgeschraubten) Standard bewahren können und weiter ihr Geld wert sind.

Preise gerechtfertigt

Das jetzt vorgelegte Konzept weist in die richtige Richtung. Es enthält viele neue, sinnvolle, nachhaltige und zukunftsweisende, ja sogar einige richtig schön-pfiffige Ideen. Wenn es auch um die beliebte Weinstube, um die eine oder andere Vogelvoliere auf den ersten Blick sicher schade ist - manchmal muss man eben Platz für Neues schaffen. Dass bisher ungenutzte oder nur interne Flächen neu definiert werden, eröffnet zudem neue Chancen.

Dennoch lässt einen das Konzept leider unbefriedigt zurück. Schließlich gibt es auf zwei sehr drängende Fragen keine Antwort. Einmal ist das Wegenetz im gesamten Park sehr marode. Neue "Erlebnisräume" helfen wenig, wenn man beim Spaziergang anderswo stolpert. Zudem sind Seebühne und Gondoletta überregional Markenzeichen des Parks und den Besuchern ans Herz gewachsen, andererseits besteht erkennbar hoher Sanierungsbedarf. Ein Konzept, das diese Fragen einfach ausklammert, verdient den Namen nicht - da muss nachgearbeitet werden.

Völlig richtig ist indes das neue Preistableau. Es bevorzugt Mannheimer, die oft kommen, und verlangt Tagesgästen nur geringfügig mehr ab - und zum Beispiel immer noch weniger als die Hälfte zum Beispiel der Blumeninsel Mainau (19,90 Euro), die keinesfalls mehr als Mannheim bietet.