Kommentar

Härtere Gesetze

Archivartikel

Es ist beunruhigend, dass im Südwesten immer mehr Menschen durch Hunde verletzt werden. Die Zahl steigt seit Jahren, doch es passiert nichts. Wie schnell eine Situation mit einem Vierbeiner eskalieren kann, beweist wieder der Angriff eines Rottweilers auf mehrere Passanten vergangenes Wochenende am Hauptbahnhof in München. Doch um es gleich vorwegzunehmen: Das Problem bei den vielen Vorfällen sind nicht die Tiere, sondern es befindet sich immer am anderen Ende der Leine. Sei es der herumstreunende Hund in der Fußgängerzone, das Tier, dass Radfahrern und Spaziergängern bellend entgegenrennt oder in der Bahn Passanten belästigt –zu viele Hundebesitzer sind nicht in der Lage, ein Tier zu halten. Dass dann noch einige ihre Hunde zu regelrechten Kampfmaschinen ausbilden, lässt einen fassungslos zurück.

Verbot sinnvoll

Der Vorstoß der Landestierschutzbeauftragten, im Südwesten verpflichtend und flächendeckend von Haltern einen Sachkundenachweis abzuverlangen, ist absolut richtig. Nur so können sich die Ordnungsämter in den Städten und Gemeinden einen Überblick darüber verschaffen, ob einzelne Personen in der Lage sind, einen Hund zu führen. Dies muss für die Besitzer aller Vierbeiner gelten und nicht nur für diejenigen mit den Kampfhund-Rassen American Staffordshire Terrier, Bullterrier und Pit Bull Terrier. Ausgenommen werden von der Regelung können höchstens die Besitzer von Kleinsthunden.

Apropos Kampfhunde: Hier sollte die Politik über einen grundlegenden Kurswechsel nachdenken. Kein Mensch benötigt einen Kampfhund, weil von diesem eine viel zu große Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht. Hier ist es sinnvoll, ein Import- oder Zuchtverbot solcher Rassen umzusetzen. Weiter ist es auch nötig, die Strafen für die Halter massiv zu erhöhen, greifen deren Hunde Menschen an und verletzten diese. Denn offenbar ist die Abschreckung durch den Rechtsstaat bislang noch nicht groß genug.

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