Kommentar

Hanebüchene Wünsche

Stefan Skolik zu den Gerüchten um Ferrari und Hamilton

Mit einem Lachen und einer Prise Humor kommentierte Sebastian Vettel die in Abu Dhabi kursierenden Gerüchte, Mercedes-Champion Lewis Hamilton würde ihn womöglich bald bei Ferrari beerben. In Wahrheit dürften diese Spekulationen dem Heppenheimer aber bitter aufstoßen – denn sie hätten eigentlich nie aufkommen dürfen. Doch Vettel hat sie selbst begünstigt: Mit eigenen Fehlern, mit Machtspielchen gegen Stallrivale Charles Leclerc, mit nicht ausgemerzten Fehlern bei der internen Taktikstrategie. Aus der riesigen Sehnsucht nach dem erneut verpassten WM-Titel entstehen aber eben solch völlig hanebüchenen Wünsche, wie etwa der nach einem Hamilton bei Ferrari.

Dabei weiß Vettel ebenso gut wie Hamilton oder auch Ferrari-Teamchef Mattia Binotto, dass ein Wechsel des Engländers zu den Italienern völliger Unsinn wäre. Viel zu groß wären erst einmal die Reibungsverluste bei der Integration des Briten in das Team und der Abstimmung des Autos, viel zu mühevoll wäre der Weg eben wieder von Null bis nach oben. Fakt ist aber auch, dass Vettel auf sein letztes Vertragsjahr zusteuert und die Formel 1 danach vor dem regeltechnischen Neubeginn steht. Mit Vettel – oder ohne ihn.

 
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