Kommentar

Harmonie in Gefahr

Jan Kotulla über mögliche Fahrerwechsel in der Formel 1

Typisch Formel 1. Vor allem wenn die Königsklasse des Motorsports in die Sommerpause geht, brodelt die Gerüchteküche. Dieses Mal im Zentrum – Esteban Ocon. Der 22-jährige Franzose wird gleich bei mehreren Teams als neuer Fahrer gehandelt. Ein Wechsel des bisherigen Mercedes-Ersatzfahrers löst auf jeden Fall eine Kettenreaktion aus, die im Zweifelsfall auch Nico Hülkenberg direkt betreffen könnte.

Der neben Sebastian Vettel einzige Deutsche steht bei Renault in der Kritik. Wohl nicht zuletzt, weil er die Probleme der Franzosen direkt anspricht und nicht den „Spaßvogel-Humor“ seines Teamkollegen Daniel Ricciardo besitzt. Denn auch der Australier ist unzufrieden mit den Fortschritten des Werksteams, das mit so großen Erwartungen und Versprechungen in die Saison gegangen war.

Doch alles wird davon abhängen, wie sich Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff entscheidet: Behalten die Silberpfeile Valtteri Bottas als ruhigen zweiten Mann hinter Lewis Hamilton, dessen Vertrag Ende 2020 ausläuft? Oder hat der Österreicher die langfristige Planung im Blick und baut Ocon als kommenden Mann auf? Sollte Mercedes auf den früheren Manor-Racing- und Force-India-Fahrer setzen, würde der Konkurrenzkampf mit Hamilton größer. Was das bedeuten kann, zeigen gerade Sebastian Vettel und Charles Leclerc bei Ferrari. Für Hülkenberg wäre dies aber wohl die Rettung seines Arbeitsplatzes.