Kommentar

Hausaufgaben für die Bürger

Archivartikel

Stefan Proetel zu Jutta Steinrucks Neujahrsrede

Die Hochstraßen, na klar. Dazu das marode Rathaus, die Probleme in der Innenstadt, der hohe Schuldenstand: Da kann einem schon einmal schwindlig werden. Ludwigshafens Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck jedenfalls musste in ihrer Neujahrsrede vor allem über das reden, was schlecht oder gar nicht läuft in der Stadt – und welches Gegengift vielleicht irgendwann einmal wirken könnte. Sie ist in ihrem Job nicht zu beneiden. Von Frust oder gar Resignation aber war in ihrer Ansprache nichts zu spüren. Im Gegenteil: Jutta Steinruck gab auf der Bühne die zupackende Macherin, die in dem ganzen Schlamassel den Überblick behält und Lösungen präsentiert. Ein Ansprechpartner für Gewerbetreibende und Anwohner entlang der Hochstraße Süd – das macht Sinn. Persönliche Gespräche mit den Betroffenen – unbedingt. Der schon angekündigte Hochstraßenbeirat – so schnell wie möglich.

Doch, auch das hat die Oberbürgermeisterin klargemacht: Nicht für alles ist sie oder die Verwaltung alleine verantwortlich. „Ludwigshafen ist das, was du daraus machst“ – das ist der Satz, mit dem Steinruck einen Teil der Verantwortung geschickt an die Bürger der Stadt weitergab. Nicht nur motzen, sondern dabei helfen, die Stadt und das Zusammenleben in ihr für alle besser zu machen. Wenn die Ludwigshafener ihre Hausaufgaben machen, hat die Oberbürgermeisterin ein schönes Thema für ihre nächste Neujahrsrede. Es wäre zur Abwechslung ein sehr positives.

Zum Thema