Kommentar

Heikle Mission

Peter Reinhardt zu den Personalquerelen um die Expo

Zu den Querelen um die Landesbeteiligung an der Expo in Dubai haben viele Beteiligte ihren Beitrag geleistet. Ob die Trennung vom Geschäftsführer Daniel Sander mehr als ein Bauernopfer ist, lässt sich deshalb von außen schwer entscheiden. Möglicherweise müssen das die Arbeitsrichter klären.

Es ist die Rede von verbrannter Erde, die der Geschäftsführer hinterlassen hat. In jedem Fall ist er mit dem Versuch gescheitert, den Pavillon als Schaufenster für die Wirtschaft von der Wirtschaft finanzieren zu lassen. Das brachte ihm Ärger in der Regierung ein. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Ingenieurkammer Baden-Württemberg das Netzwerk in der Industrie fehlt, um Sponsorengelder in zweistelliger Millionenhöhe bei Unternehmen einzuwerben. Die tun sich zusätzlich schwer mit Finanzzusagen, wenn sich die konjunkturelle Lage gerade eintrübt. Zumal das autokratisch regierte Dubai kein Standort für eine Weltausstellung ist, dessen Attraktivität für sich spricht.

Das hat wohl auch manchem Grünen-Politiker Bauchschmerzen bereitet, als es um einen Landeszuschuss für die klamme Betreibergesellschaft ging. Das öffentliche Bekenntnis der Landespolitik zu dem Projekt kam erst, als es fast schon in den Brunnen gefallen war. Wenn die Regierung die Präsentation will, sollte sie sich auch mehr engagieren als bisher. Im Idealfall wäre dann die Finanzhilfe gar nicht nötig.

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