Kommentar

Herr im Haus

 

Der Name Bayer steht für Aspirin, der Name Monsanto für Roundup. Ersteres ist ein altes, aber immer noch wirksames Arzneimittel, das vielen Menschen im Alltag hilft. Das zweite ist ein Unkrautvernichtungsmittel mit zumindest teilweise fragwürdigem Ruf. Es steht im Verdacht Krebs auszulösen. Kein Wunder also, dass Bayer den problematischen Firmennamen nicht mit sich herumschleppen will.

Diese Schlussfolgerung liegt nahe, wenn der Vorstand des Pharma- und Saatgut-Konzerns aus Leverkusen verkündet, die Bezeichnung Monsanto künftig nicht mehr zu verwenden. Die Übernahme des US-Unternehmens durch seinen deutschen Konkurrenten wird diese Woche abgeschlossen.

Tatsächlich hat Monsanto kein besonders gutes Image. Doch dürfte das nicht der eigentliche Grund sein, den Namen zu tilgen. Bayer handelt, wie viele Unternehmen, die ein anderes schlucken: Sie demonstrieren nach innen und außen, wer Herr im Haus ist.

Die neuen Eigentümer wollen die Firmenpolitik nach ihren Wünschen gestalten. Der gemeinsame Name ist ein Zeichen, dass fortan nur noch eine Unternehmenskultur gilt – die des Stärkeren. Das kann unterschiedliche Auswirkungen haben, im Fall Bayer-Monsanto vielleicht positive. Jedenfalls verspricht Bayer-Chef Werner Baumann, transparenter über den Konzern in der Öffentlichkeit zu berichten und mehr auf die Kritiker zuzugehen, als es seine Vorgänger im US-Unternehmen praktizierten. Wenn das keine leeren Ankündigungen bleiben, wäre es gut.

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