Kommentar

Herz fehlt

Archivartikel

Peter W. Ragge fordert mehr emotionales Buga-Marketing

Gerade mal knapp 50 Zuhörer kamen zum Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe zur Bundesgartenschau. Und kein einziger Stadtrat, Bezirksbeirat oder die stadtbekannten Multiplikatoren waren darunter. Das ist schon arg dünn, ja ärmlich angesichts der Tatsache, dass die Bundesgartenschau 2023 das prägende Event Mannheims im neuen Jahrzehnt wird und darüber hinaus langfristig eine stadtplanerisch ganz entscheidende Weichenstellung darstellt.

Ob es am Thema Erfurt lag? Das ist zwar weit weg, doch der Blick nach Thüringen war hochinteressant. Er zeigte nicht nur das enorme Potenzial einer solchen Großveranstaltung für die Stadtentwicklung, sondern enthielt auch eine Mahnung. Schon vier Jahre vor der Eröffnung stand dort das Marketingkonzept, und seither gibt es in Erfurt regelmäßige Veranstaltungen und bereits seit 2013 einen Facebook-Auftritt der Buga 2021. Die Buga 2023 Mannheim fängt mit Marketing gerade erst ganz langsam an.

Leider hinkt Mannheim also gewaltig hinterher. Zwar war die öffentliche Präsentation des Logos beim Neujahrsempfang ein erster Schritt. Aber die Buga-Gesellschaft muss nun ganz ordentlich Gas geben.

Noch ist der ganze Auftritt auch viel zu verkopft. Man mag ja lächeln angesichts des von Loriot gezeichneten „Jäger aus Kurpfalz“ mit Knollennase und einem berittenen Maskottchen, wie es das zur Bundesgartenschau in Mannheim 1975 gab – aber es war erfolgreich. Wenn die Buga 2023 nicht schnell emotional begreifbarer wird und auch das Herz anspricht, bleibt die für den Erfolg so wichtige Begeisterung der Bevölkerung aus.