Kommentar

Herzchen-Flut auf Facebook

Alexander Müller zur Situation bei Eintracht Frankfurt

Wenn eine gute Nachricht eine noch bessere Nachricht in der öffentlichen Wirkung überlagert, nennt man das ein Luxusproblem. Als Sportvorstand Fredi Bobic gestern die überraschende Vertragsverlängerung mit dem kroatischen WM-Helden Ante Rebic verkündete, fluteten die Eintracht-Fans die Live-Übertragung der Pressekonferenz auf Facebook mit Herzchen-Kommentaren. Dass die Frankfurter einen Mann dieser Güteklasse trotz Offerten zahlungskräftigerer Konkurrenten halten können, sagt viel aus über den seit dem Pokaltriumph gestiegenen Status des Traditionsvereins.

Doch selbst wenn Rebic irgendwann doch noch einen besser dotierten Vertrag in England oder Spanien unterschreiben sollte, ist die Eintracht für die Zukunft bestens aufgestellt. Das hängt mit der Nachricht vom Vortag zusammen, als Bobic und Vorstandskollege Axel Hellmann für gleich fünf weitere Jahre bei der SGE unterschrieben, auch Sportdirektor Bruno Hübner bleibt bis 2021 an Bord. Kontinuität auf den Führungspositionen ist die Grundlage für den Erfolg: Bobic hat die Frankfurter von der Stagnation der Spätphase seines Vorgängers Heribert Bruchhagen befreit und gemeinsam mit Hübner einen sportlichen Aufwärtstrend angeschoben. Die Personalentscheidungen der neuen Eintracht klingen oft unkonventionell, funktionieren aber. Hellmann hat den Verein wirtschaftlich auf ein neues Niveau gehoben. Dass alle drei langfristig bleiben, ist für die Eintracht deshalb wichtiger als das Rebic-Ja-Wort.

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