Kommentar

Hilfe in der Not

Archivartikel

Frank Schumann zur Debatte um die EEG-Umlage

Der Laptop ist im Homeoffice permanent angeschaltet, die Kaffeemaschine läuft, das Smartphone lädt – wer während der Corona-Pandemie aktuell überwiegend zu Hause ist, verbraucht mehr Strom als gewöhnlich. Höchste Zeit also, die Verbraucher von drohenden höheren Kosten zu entlasten? Eher nicht. Es bleibt erst einmal abzuwarten, wie viel mehr die privaten Haushalte am Jahresende tatsächlich für Strom bezahlen. Unter dem Strich dürfte es darauf hinauslaufen, dass sich finanzieller Mehraufwand auf der einen und Entlastungen auf der anderen Seite in der Corona-Krise ausgleichen. Viele Pendler sparen aktuell Spritkosten, und wer tanken muss, zahlt an der Zapfsäule Niedrigpreise. Auch die fehlenden Gastronomie- und Freizeitangebote schonen den Geldbeutel.

Dass nun ausgerechnet die Grünen vorschlagen, die EEG-Umlage zur Förderung von Ökostrom zu senken, verwundert umso mehr. Denn das zeichnet sich für das kommende Jahr ohnehin ab, wenn CO2-Kosten in die Energiepreise einfließen sollen. Wer durch die Corona-Pandemie in existenzielle Not gerät, dem soll so weit wie möglich geholfen werden. Die häufigere Nutzung von Laptop oder Kaffeemaschine wird aber kaum derart dramatische Auswirkungen haben.

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