Kommentar

Hilflose Demokraten

Tobias Käufer warnt vor einem vom Westen gesteuerten Putsch in Venezuela – viel mehr müssen Oppositionelle im Land gestärkt werden

Die mutmaßlichen Putschpläne der amerikanischen Regierung in Venezuela offenbaren die ganze Hilflosigkeit des Westens. Wenn es einer Regierung wie der von Diktator Nicolás Maduro herzlich egal ist, wie das eigene Volk bei Wahlen abstimmt und anschließend in Massen der Heimat davonläuft oder in unterversorgten Krankenhäusern stirbt, dann sind die Mittel beschränkt etwas dagegen zu tun. In Venezuela gab es zuletzt immer wieder Versuche aus Kreisen der Armee die Unrechtsregierung Maduro loszuwerden, doch wenn noch eines funktioniert in Caracas, dann ist es die brutale Absicherung des Machtapparates.

Dass die USA offenbar von ihren militärischen Umsturzplänen abgesehen haben, ist eine richtige Entscheidung. Eine Militärintervention würde nur den herbeigesehnten Opfer-Status der linksradikalen Kräfte in Lateinamerika bestätigen und viele unschuldige Menschenleben kosten. Um eine Diktatur wie in Venezuela loszuwerden braucht es etwas anderes: Die demokratischen Kräfte von links bis rechts in den europäischen und lateinamerikanischen Parlamenten müssen sich gegen diesen Extremismus stellen. Und sie müssen Kräfte stärken, die auf friedliche Weise versuchen, das Land zurück in den Kreis der Demokratien zu holen.

Doch – hier ist die Parallele zu Europa und den Kampf gegen Rechtspopulismus erkennbar – es gibt auch zahlreiche Sympathisanten für die Maduro-Regierung, genauso wie es auch Fans für rechtsextreme Positionen unter den Abgeordneten gibt. Für die weltweite Demokratie ist das alles eine Katastrophe.