Kommentar

Hochriskante Wette

Archivartikel

Mathias Kros über den Börsengang von Uber

Unternehmen, die an die Börse gehen, müssen nicht unbedingt profitabel sein. Es reicht auch, eine gute Idee zu haben, für deren Umsetzung es einfach an Kapital fehlt. US-Internetkonzerne wie Facebook oder Amazon sind dafür gute Beispiele. Auch sie haben lange Zeit rote Zahlen geschrieben, hatten gleichzeitig aber überzeugende Argumente, warum sich die Investitionen eines Tages auszahlen würden. Heute fahren sie für ihre Aktionäre ordentliche Gewinne ein.

Beim Fahrdienstvermittler Uber, der in dieser Woche an die Börse strebt, sieht die Sache etwas anders aus. Nicht etwa, weil eine Idee fehlt. Uber hat die Mobilitätsbranche kräftig aufgemischt und ist heute ebenso bekannt wie gefürchtet.

Allerdings haben die Amerikaner bislang noch nicht bewiesen, wie sie langfristig am Markt bestehen wollen. Trotz wachsender Buchungen stiegen die Verluste zuletzt sogar noch weiter an, 3,7 Milliarden Dollar waren es allein in den vergangenen zwölf Monaten. Hinzu kommen ungeklärte rechtliche Fragen wie in Deutschland, wo der Fahrdienstvermittler in vielen Städten verboten ist.

Trotzdem sehen Investmentbanken den Börsenwert von Uber schon heute höher als den von etablierten Autokonzernen wie Daimler oder Volkswagen. Wer diese Aktie kauft, geht deshalb eine hochriskante Wette ein.

 
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