Kommentar

Höchste Eisenbahn

Archivartikel

Anke Philipp über den Abtransport der Waggons

Neckarvorland, Mittelstraße, Neumarkt: Die Stadt hat damit begonnen, Missstände in der Neckarstadt-West und städtebauliche Mängel mit gezielten Entwicklungsvorhaben zu beheben. Dazu wurde zunächst die südliche Fläche am Alten Meßplatz mit einem Sportpark aufgewertet – ein Angebot, das im an Freiräumen armen Stadtteil von Jugendlichen gerne genutzt wird. Deshalb gab es bereits im Winter Pläne, das Spielfeld im Sommer auf das benachbarte Biergarten-Areal zu erweitern. Getan hat sich seither nichts. Außer, dass die exponierte Lage nun wahrlich nicht mehr als ein attraktives Tor zur Neckarstadt erscheint. Ein neuer Missstand also.

Dabei trauern viele Neckarstädter noch ihrem alten Biergarten nach. Der „Alte Bahnhof“ war ein Stück Kulturgut. Treffpunkte für Ältere sind mittlerweile Mangelware im Viertel. Ein Manko, über das man bei der erneuten Zwischennutzung vielleicht einmal nachdenken sollte. So oder so ist klar: Die maroden Waggons müssen zügig verschwinden. Dafür ist es höchste Eisenbahn – auch wenn die Stadt nach der Insolvenz der Betreiber wohl auf den Kosten sitzenbleiben wird.

 
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