Kommentar

Höchste Zeit

Alexander Jungert zur Strategie von Südzucker

Schon seit Monaten kommen aus der Mannheimer Südzucker-Zentrale keine guten Nachrichten mehr. Das Ende der EU-Marktordnung trifft Europas größten Zuckerhersteller hart. Nun will das Management die Strategie im Kerngeschäft überprüfen und höchstwahrscheinlich neu ausrichten. In den kommenden Monaten soll es Entscheidungen geben. Dafür ist es höchste Zeit.

Die große Bandbreite des erwarteten Gewinns aus dem laufenden Geschäft – 25 bis 125 Millionen Euro – zeigt, wie stark die Unsicherheit ist. Auch dass Südzucker noch keine Prognose über Februar hinaus gegeben hat, lässt tief blicken.

Südzucker ist es bisher nicht gelungen, mit den niedrigen Preisen fertig zu werden. Der Markt ist alles andere als überzeugt – dafür reicht ein Blick auf den Aktienkurs. Trotz des satten Anstiegs gestern ist er seit Monaten nur noch ein Schatten seiner selbst. Aktuell liegt der Kurs bei rund 12,66 Euro, im Februar 2017 war der Wert noch fast doppelt so hoch. Die schwache Kursentwicklung hatte Südzucker auch den Platz im M-Dax gekostet.

Die Konkurrenz leidet übrigens genauso. Nordzucker aus Braunschweig plant einen Abbau von Arbeitsplätzen. Hoffentlich fällt den Südzucker-Managern in Mannheim da mehr ein – denn besonders nachhaltig ist das nicht, um auf die neue Zuckerwelt zu reagieren.