Kommentar

Hoffnung für Hoffnungslose

Archivartikel

Fünf Prozent Überlebenschance. Das ist nicht viel. In einem Moment freut man sich unendlich auf das Ungeborene, im nächsten wird plötzlich von allen Seiten zu einer Abtreibung geraten. Die betroffenen Eltern wissen nicht mehr weiter. Für das Kind kämpfen oder es von seinem Leid befreien?

Ein vielleicht einziger Versuch, das hoffnungslos kranke Kind zu retten, bietet die Fetalchirurgie. Die minimal-invasiven Eingriffe an Ungeborenen – man kann es nicht anders beschreiben – gleichen einem Wunder. Betroffene Paare bekommen eine einmalige Chance, dass ihr Kind mit guter Lebensqualität leben und vor allem überleben kann. Mutter und Kind werden während des Eingriffs nicht groß belastet, Schmerzen spüren sie schon gar nicht. Ja, was braucht es noch? In Deutschland besteht ganz klar Aufholbedarf.

Die Technik muss flächendeckend vorgestellt, Schwangere, die ein krankes Kind in sich tragen, müssen dringend aufgeklärt werden – von Frauenarzt und Pränatalmediziner, bevor die Aussage fällt, dass eine Abtreibung am sinnvollsten erscheint. Denn im schlimmsten Fall kann man die Betroffenen gar nicht mehr vom Gegenteil überzeugen. Sie zweifeln und fragen sich, welchem Mediziner sie nun glauben sollen. Ist das die Lösung? Fetalchirurgie ist ein kleines Gebiet, aber im Einzelfall existenziell.

 
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