Kommentar

Hohe Erwartungen

Jürgen Berger zur Situation der deutschen Fußball-Frauen

Die Anspannung und der Druck vor der Weltmeisterschaft sind immens. Hoffnungsträgerin Martina Voss-Tecklenburg wird bei ihrem ersten Turnier als DFB-Trainerin daran gemessen werden, ob es ihr gelingt, die deutschen Fußball-Frauen zurück in die Weltspitze zu führen. Minimalziel ist das Ticket für die Olympischen Spiele in Tokio, das die drei besten europäischen WM-Teams erhalten.

Diese Aufgabe ist nach dem enttäuschenden Viertelfinal-Aus bei der Europameisterschaft unter ihrer glücklosen Vorgängerin Steffi Jones schwierig – aber machbar. Die selbstbewusst vorangehende Voss-Tecklenburg verfügt über ein talentiertes Team und hat es in kurzer Zeit geschafft, den Nationalspielerinnen wieder eine klare Spielstruktur und einen Plan zu geben. Damit ist das vielleicht größte Defizit beseitigt.

Die Motivation, für einen erfolgreichen Neustart zu sorgen, ist auf jeden Fall riesig – vor allem bei den neun Olympiasiegerinnen von Rio um das routinierte Trio Lena Goeßling, Alexandra Popp und Dzsenifer Marozsan.

Ein Risiko für Voss-Tecklenburg birgt die Verletzungsproblematik bei Stammtorhüterin Almuth Schult. Bei dieser wichtigen Personalie muss die Trainerin spätestens nach dem Trainingslager eine klare Kante zeigen, damit im Kader keine Unruhe entstehen kann.