Kommentar

Im Niemandsland

Jürgen Berger zur Situation von Hertha BSC Berlin

Pal Dardai war über vier Jahre lang das Gesicht von Hertha BSC. In dieser Zeit hat der meinungsstarke Trainer den ambitionierten Hauptstadt-Club vor dem Abstieg gerettet und zwei Mal in die Europa-League geführt. Allerdings gab es immer wieder auch intern Kritik an der wenig attraktiven Spielweise, fehlender Konstanz und zu geringer Trainingsintensität. Vor allem im Binnenverhältnis zu Manager Michael Preetz gab es schon länger Risse, die angesichts der aktuellen Niederlagenserie nicht mehr zu kitten waren.

Die lange Verletztenliste reichte den Hertha-Verantwortlichen als Erklärung für die teilweise blutleeren Auftritte nicht mehr aus – und Dardai, dem nach Freiburgs Christian Streich dienstältesten Bundesliga-Trainer, fehlten im Niemandsland der Tabelle am Ende die zündenden Ideen, um diese Krise zu meistern. Auch weil ihm die nötige Rückendeckung durch die Profis fehlte.

Dardais Nachfolger steht im Sommer vor einer Herkulesaufgabe. Die Berliner, die sich mit ehrgeizigen Umbauplänen für das Olympiastadion beschäftigen, verfügen im Vergleich zur Konkurrenz im Kampf um die internationalen Plätze über bescheidene finanzielle Mittel. Das erschwert den Neuaufbau. Zudem bleibt abzuwarten, ob umworbene Leistungsträger wie Neu-Nationalspieler Niklas Stark in diesem schwierigen Umfeld zu halten sind.