Kommentar

Im Schaufenster

Alexander Müller zur U-21-EM in Italien und San Marino

In diesen Tagen wird gern wieder die Erinnerung an das Jahr 2009 heraufbeschworen. Damals, als bei der U-21-EM in Schweden der Stern von Spielern wie Manuel Neuer, Mats Hummels, Mesut Özil oder Sami Khedira aufging, die erst mit der wichtigsten Nachwuchsmannschaft des DFB Europameister wurden, um sich fünf Jahre später in Brasilien mit dem WM-Titel zu krönen. Die U 21 ist seit jeher das Sprungbrett für eine große internationale Karriere, und durch den von Bundestrainer Joachim Löw mittlerweile stringent durchgezogenen Verjüngungskurs sind die Perspektiven aktuell aussichtsreicher denn je, den Sprung in die A-Nationalmannschaft zu packen.

Die an diesem Wochenende beginnende U-21-EM ist deshalb vor allem ein Schaufenster für die besten Talente, die Fußball-Deutschland derzeit zu bieten hat – wenn man einmal den Leverkusener Kai Havertz (19) ausklammert, der es ohne Umweg zu Löw geschafft hat. Hoffenheims Nadiem Amiri, die Bremer Eggestein-Brüder oder die Schalker Torwart-Hoffnung Alexander Nübel wollen beim Turnier in Italien und San Marino unter Beweis stellen, dass sie schon für höhere Aufgaben bereit sind. In Lukas Klostermann und Jonathan Tah stehen sogar zwei A-Nationalspieler im Kader, die als Vorbild für die von Löw proklamierte neue Durchlässigkeit gelten können.

In die DFB-Auswahl schaffen es – das lehrt die Erfahrung nach 2009 allerdings auch – am Ende nur wenige. Aus dem U-21-Team, das vor zwei Jahren unter Trainer Stefan Kuntz in England den EM-Titel holte, sind Stand heute lediglich Thilo Kehrer und Serge Gnabry zu etablierten Nationalspielern geworden. Und 2009 standen neben Hummels & Co. auch längst in Vergessenheit geratene Talente wie Änis Ben-Hatira, Patrick Ebert oder Chinedu Ede im deutschen Aufgebot.