Kommentar

Im Vergleich niedrig

Peter W. Ragge hält den Zuschuss für gerechtfertigt

Sie haben sich lange geziert, haben lange – fast zu lange – gewartet: Stets war das Oststadttheater stolz, als einziges Mannheimer Privattheater ohne öffentliche Zuschüsse auszukommen. Doch jetzt ging es einfach nicht mehr anders. Das hat auch der Gemeinderat eingesehen und ohne lange Debatte einstimmig 50 000 Euro bewilligt.

Das ist wenig, wenn man es damit vergleicht, dass schon 2014 – dem Jahr des Umzugs nach N 1 – ein Defizit von über 122 000 Euro auflief. Doch das konnten Ensemble und Förderer noch selbst schultern – was schon allen Respekt verdient! Die 50 000 Euro Zuschuss sind auch wenig im Vergleich dazu, dass die Stadt fast genau diese Summe als Miete wieder kassiert. Und sie sind noch weniger im Verhältnis zu zahlreichen anderen Ensembles und Kleinkunstbühnen. Die erhalten von der Stadt mietfreie Räume und obendrein noch Barzuschüsse, was in der Summe teils deutlich höher liegt als jetzt der Betrag für das Oststadttheater. Dabei liegen die Besucherzahlen dort teils deutlich niedriger als beim Oststadttheater, obgleich sie bei ihm jetzt gesunken sind.

Der vergleichsweise drastische Rückgang seit dem Umzug nach N 1 ist auch mal wieder ein Beweis dafür, dass das Stadthaus keine gute Adresse ist – egal für was. Es wird von vielen Mannheimern einfach nicht angenommen.

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