Kommentar

Immer das Ende bedenken

Konstantin Groß zur Diskussion über das Schulzentrum

 

Der Info-Abend der Grünen war ein wertvoller Beitrag zur Diskussion über das Schulzentrum. Die Anwesenheit von Mandatsträgern anderer Fraktionen und Elternvertretern, Schulleitern und den Spitzen der Verwaltung nahm ihm den Charakter einer Parteiveranstaltung. Im Grunde ersetzte er damit jene Bürgerversammlung, die zu diesem zentralen Thema von der Stadt unverständlicherweise bis heute nicht anberaumt wurde.

Die Grünen haben nun dieses Vakuum gefüllt, es damit erneut geschafft, in der Kommunalpolitik die Initiative zu übernehmen, obgleich sie mit ihrer Haltung zu diesem Thema im Gemeinderat ja in der Minderheit sind. Den anderen Parteien bleibt wiedermal nur, sich die Augen zu reiben.

Interessant war auch, dass hier ganz grundsätzliche Fragen gestellt wurden, die bislang geradezu tabu waren. Etwa: Kann, ja soll überhaupt eine Kleinstadt wie Schriesheim ein Bildungszentrum unterhalten, in dem sie sämtliche Schularten anbietet?

Anderes ging dagegen an der Wirklichkeit vorbei. Die Vergleiche mit privatem Hausbesitz etwa mögen auf den ersten Blick bestechen. In einer öffentlichen Einrichtung jedoch, erst recht einer Schule, hat jede technische und bauliche Veränderung weitreichende Folgen. Wer etwa auch nur an einer kleinen Stelle um-baut, muss sofort die aktuell geltenden Vorgaben zu Barrierefreiheit und Brandschutz umsetzen.

Völlig unrealistisch ist die Idee, Schriesheim solle die Umlandgemeinden für jene Schüler, die von dort nach Schriesheim kommen, durch einen Schulverbund zur Kasse bitten. Welche Kommune würde freiwillig dazu bereit sein?

Und sollte Schriesheim dieses Fass überhaupt aufmachen? In gleichem Geiste fordern ja Großstädte seit langem „Lastenausgleich“ von den Umlandgemeinden. Denn Schriesheimer, die krank sind, gehen ins Klinikum nach Heidelberg, wenn sie Kultur erleben wollen, ins Nationaltheater Mannheim. Auch hier gilt also der lateinische Spruch: „Respice finem“ – Bedenke das Ende.