Kommentar

Immer noch sexy

Alexander Müller zum Witsel-Transfer nach Dortmund

Ein bisschen Strahlkraft hat die Fußball-Bundesliga dann doch noch. Während in den vergangenen Jahren die Topstars in unschöner Regelmäßigkeit Deutschland verließen, um bei den steinreichen Edelclubs in England und Spanien Renommee und Kontostand zu mehren, hat Borussia Dortmund bewiesen, dass die Attraktivität der Liga noch nicht vollends verblichen ist. Mit Axel Witsel holt der BVB einen der prägenden Spieler des WM-Dritten Belgien ins Ruhrgebiet und demonstriert damit, dass die Westfalen nicht vor dem übermächtig erscheinenden FC Bayern kapitulieren wollen.

Nimmt man die – selbstverständlich mit Vorsicht zu genießenden – Erkenntnisse der Vorbereitung, so haben die Dortmunder die richtigen Schlüsse aus der verkorksten Vorsaison gezogen. Der neue Trainer Lucien Favre gilt als Bessermacher mit festem Plan, das Mittelfeld bekommt mit dem früheren Bremer Thomas Delaney zuletzt vermisste Galligkeit und mit Witsel einen Mann von internationaler Klasse. Dass der Belgier – im Gegensatz zu seiner offensichtlich an wirtschaftlichen Kennziffern orientierten bisherigen Karriereplanung – für das Engagement beim BVB sogar auf viel Geld verzichtet, spricht dafür, dass die Bundesliga immer noch sexy sein kann. Zwar nicht mit Mondgehältern, aber mit soften Faktoren wie der einmaligen Stimmung im Dortmunder Fußballtempel.

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