Kommentar

In den Schredder

Alexander Müller zur Eintracht-Verpflichtung Adi Hütter

 

Adi wer? Das werden nicht wenige Fans von Eintracht Frankfurt gedacht haben, als sie am Mittwochabend zum ersten Mal den Namen ihres neuen Trainers gehört haben. Die Hessen haben bei der Suche nach einem Nachfolger für den vom FC Bayern abgeworbenen Niko Kovac die ausgetrampelten Pfade verlassen und die Liste der üblichen Verdächtigen, wenn irgendwo in der Liga ein Trainerjob frei wird, einfach einmal in den Schredder gesteckt. Eine unkonventionelle Entscheidung mit Charme, die Eintracht-Vorstandschef Fredi Bobic da getroffen hat.

Statt auf die lange Gehandelten Ralph Hasenhüttl, Slaven Bilic oder Markus Weinzierl setzt der Pokalfinalist auf den weitgehend nur in Insiderkreisen bekannten Österreicher Adi Hütter, der gerade in der Schweiz mit Außenseiter Young Boys Bern den Dauermeister FC Basel entthront hat. Das ist eine imponierende Leistung, zumal Hütters Team beim sensationellen ersten Titelgewinn des Hauptstadtclubs seit 32 Jahren einen überaus ansehnlichen, fast schon bedingungslosen Offensivfußball zeigte. Außerdem hat sich der Fußballlehrer aus dem Vorarlberg auf seinen bisherigen Stationen als Weiterentwickler von Talenten hervorgetan: In seiner Salzburger Zeit schafften zum Beispiel Sadio Mane und Marcel Sabitzer den Durchbruch. Das hört sich nach einem Trainer an, der zur Eintracht passen könnte.

Natürlich ist das Niveau in der Bundesliga ein anderes, aber das muss überhaupt nichts heißen. Die Frankfurter Mannschaft ist trotz des bitteren Sturzes aus den Europapokalrängen am letzten Spieltag dieser Saison zusammengewachsen und besitzt ein gutes Potenzial. Und Hütter kann in der Bankenmetropole die frischen Impulse setzen, die das unter Kovac zuletzt ausgelaugt wirkende Team dringend benötigt.

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