Kommentar

In der Randlage

Archivartikel

Peter W. Ragge zum Standort des Rettungs-hubschraubers

Er ist und bleibt ein Sorgenkind: der Rettungsdienst. Dabei haben wir Mannheimer eigentlich Grund zur Freude. Seit Anfang 2019, als die Stadt nach langem Kampf wieder die alleinige Verantwortung und Rechtsaufsicht für den vorher von Ladenburg aus gesteuerten Bereich übernahm, sind Notarzt und Rettungswagen wesentlich schneller geworden. Die fehlende Einhaltung der Hilfsfrist, lange ein großer Kritikpunkt, hat sich erledigt – zum Glück.

Dafür tut sich nun ein anderes Problemfeld auf. Der Abzug unseres Rettungshubschraubers ist zwar gerade noch abgewendet worden – doch allein der Gedanke daran wirkt absurd. Ausgerechnet da, wo hoch spezialisierte Kliniken mit bestens geschulten Ärzten sitzen, wo es einen gut ausgestatteten Flugplatz gibt, Industriebetriebe mit vielen Risiken und zahlreiche immens frequentierte Verkehrswege bestehen, wollte man den rettenden Helikopter abschaffen. Schon ein merkwürdiger Gedanke! Und das Gutachten zum Nachteinsatz zeigt deutlich, dass die nun für diese Zusatzaufgabe ausgewählte Stuttgarter Maschine fristgerecht gerade mal bis kurz vor Heidelberg kommt – aber eben nicht nach Mannheim.

Das Thema zeigt leider mal wieder, dass wir uns in Mannheim und der Metropolregion in einer Randlage befinden, die bei der Betrachtung aus Stuttgarter Sicht gerne mal unter den Tisch fällt. Das gilt für die Landesregierung, aber beim Rettungsdienst auch für alle, die dort das Sagen haben – Krankenkassen und Rettungsorganisationen.

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