Kommentar

In geordnete Bahnen lenken

Archivartikel

Thorsten Langscheid über den Ausbau der Radstellplätze

Fahrradparken rund um den Hauptbahnhof – das ist, leidgeprüfte Pendler können ein Lied davon singen, nicht schön. Dass die vorhandenen Stellplätze nicht nur am Hauptbahnhof, aber dort ganz besonders, den Bedarf nach sicherem Parken bei weitem nicht decken können, ist leider ein seit vielen Jahren bekannter Missstand, den es zu beheben gilt. Soweit die Theorie.

Leidgeprüfte Verkehrsplaner können auf der anderen Seite ein Lied davon singen, wie schwierig es in der Praxis im Einzelfall sein kann, noch mehr Abstellbügel im knapp bemessenen öffentlichen Raum unterzubringen. Dabei spielt der „Verteilungskampf“ gegen das Automobil zumindest am Willy-Brandt-Platz und im Stadtzentrum (jeweils Fußgängerzonen) nicht einmal eine so große Rolle. Auch wenn man wahrscheinlich mehr Bügel unterbringen könnte, wenn auch mal der eine oder andere Auto-Stellplatz umgewidmet würde. Es liegt aber auch nicht in erster Linie am fehlenden politischen Willen oder am Geld. Oft geht es bei der Realisierung neuer Stellplätze um Zufahrten und Rettungswege, also schlicht um Sicherheitsfragen.

Klar ist, dass immer mehr Radfahrer ihre Velos auch irgendwo abstellen müssen. Deswegen wird zusätzlicher Parkraum vor allem im Stadtzentrum dringend benötigt. Denn die Verkehrswende kann nur gelingen, wenn auch die umweltfreundliche Alternative zum Automobil – sei es im fließenden oder ruhenden Verkehr – in geordnete Bahnen gelenkt werden kann.

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