Kommentar

Innovatives Potenzial

Stefan Vetter begrüßt den Vorstoß der SPD zur Schaffung von mehr mobilen Arbeitsplätzen

Wenn es wirklich so ist, dass mittlerweile 40 Prozent der Beschäftigten per Internet von zu Hause aus arbeiten könnten, aber gerade jeder achte Beschäftigte davon in seiner Firma Gebrauch machen darf, dann liegt hier noch viel innovatives Potenzial brach. Denn das zeitlich und räumlich flexible Arbeiten empfinden nicht wenige Beschäftigte auch als kreative Bereicherung.

Vor diesem Hintergrund ist es sehr zu begrüßen, wenn sich eine traditionelle Arbeiterpartei wie die SPD nun verstärkt darum kümmern will. Mit einem „Recht auf mobiles Arbeiten“, wie es jetzt in einem neuen Strategiepapier der Partei steht, ist es allerdings nicht getan. Zuallererst sind es die Betriebe, die für mobiles Arbeiten sorgen müssen.

Dafür braucht es feste Regeln. Gibt es doch genügend Untersuchungen, die belegen, dass die ständige Erreichbarkeit und Verfügbarkeit eines Arbeitnehmers auch zu einer höheren Arbeitsbelastung führt. Dafür muss die SPD politische Antworten finden.

Die Welt der Abgehängten besteht eben nicht nur aus armen Rentnern oder Langzeitarbeitslosen, sondern auch aus einem digitalen Prekariat. Hier lassen sich neue Wählerpotenziale erschließen, die die SPD dringend braucht, will sie nicht eines Tages ganz in der Versenkung verschwinden.