Kommentar

Jagd auf die Nummer 1

Jürgen Berger zur Situation von Kerber und Zverev

Alexander Zverev hat nach der glatten Einzelniederlage im Hopman-Cup-Finale gegen Roger Federer eine ungewohnte Lockerheit gezeigt. Der Hamburger wirkte in Perth wie von einer unsichtbaren Last befreit – dem Titel bei der Tennis-Weltmeisterschaft zum Abschluss des vergangenen Jahres sei Dank. Der damalige Triumph über Federer in London, der erste große Turniersieg des 21-Jährigen, gibt auch mental viel Rückenwind. Jetzt plant Zverev den Gipfelsturm in der Weltrangliste.

Der aktuellen Nummer vier gehört die Zukunft. Die vor ihm platzierten Novak Djokovic, Rafael Nadal und Federer befinden sich allesamt im Herbst ihrer grandiosen Karrieren. Was Zverev zur Wachablösung noch fehlt, ist ein Grand-Slam-Coup – und der soll in dieser Saison unbedingt folgen. Daran lässt der ehrgeizige Deutsche keinen Zweifel. Bei den in einer Woche beginnenden Australian Open zählt er zu den Topfavoriten.

Das gilt ebenfalls für Angelique Kerber. Die Wimbledonsiegerin will beweisen, dass ihr Neubeginn mit Rainer Schüttler als Trainer die richtige Entscheidung war, um ihr starkes Jahr zu wiederholen. Gelingt der Kielerin dies, ist der erneute Sprung an die Spitze der Weltrangliste ein realistisches Unterfangen.