Kommentar

Jede Menge Klärungsbedarf

Archivartikel

Thorsten Langscheid über den Radschnellweg durch die Au

Die Darmstädter Verkehrsgutachter bewerten die von Stadt, Buga-Gesellschaft, Grünzug-Planern und Ratsmehrheit bevorzugte Radschnelltrasse als beste Variante. Das kann kein Zufall sein, sagen Kritiker und wittern unzulässige Absprachen, gar den wiederholten Versuch, die Buga „durchzudrücken“. Es gehe im Gegenteil darum, die von vornherein vorgeschlagene und als sinnvoll erachtete Route zur Sicherheit nochmals zu überprüfen, halten Oberbürgermeister Peter Kurz und die Befürworter von Grünzug und Bundesgartenschau dagegen. Zudem hatte der Gemeinderat die Streckenführung mehrfach zumindest grundsätzlich für gut befunden.

Tatsache ist aber, dass Kleingärten überbaut werden und die Frage des Naturschutzes – Stichwort besonders geschützte Orchideenart – bei der jetzt beschlossenen Trasse A 2 nicht ausreichend berücksichtigt scheinen. Und natürlich die Kosten: mit über sechs Millionen Euro, die Verlagerung der 26 Kleingärten wohl noch gar nicht mitgerechnet, ist die nun beschlossene Trasse mit Abstand die teuerste aller untersuchten Möglichkeiten.

Da sollten dann auch im Nachhinein noch Fragen erlaubt sein. Zum Beispiel: Läuft die in der Ratsvorlage angedeutete Hauptverbindungsroute aus Käfertal und Vogelstang in die Innenstadt für Radfahrer wirklich über das Spinelli-Areal und die Feudenheimer Au? Sollen sich vorhandene, wenig genutzte Geh- und Radwege am Aubuckel ernsthaft nicht für eine „Ertüchtigung“ zum Radschnellweg eignen? Und was ist eigentlich mit der niedrigen und engen Fußgänger- und Radfahrer-Unterführung an der Feudenheimer Straße? Man sieht: es gibt bei dem Thema noch jede Menge Klärungsbedarf.