Kommentar

Jetzt wird es ernst

Archivartikel

Alexander Jungert zur Lage bei General Electric

Die entscheidenden Verhandlungen bei GE in Mannheim stehen bevor. Es geht um die Zukunft eines Industriestandorts, der eine bewegte Geschichte hat wie kaum ein anderer in Mannheim. Unter General Electric sind in jüngster Zeit schon hunderte Arbeitsplätze abgebaut worden, die traditionsreiche Turbinenfabrik hat dichtgemacht. Wie geht es nun mit der verbliebenen Belegschaft weiter, was passiert mit dem Gelände?

Die Gespräche über einen neuerlichen Interessensausgleich und einen Sozialplan fallen in eine ungemein sensible Zeit. Der Standort ist gebeutelt, die Kämpfe um den vergangenen Jobabbau haben ihre Spuren hinterlassen. Noch immer hängt das Plakat „GE – Stoppt das Arbeitsplatzvernichtungsmonster“ der Gewerkschaft IG Metall an einem Gebäude. Noch immer sind viele beim Anblick der leeren Fabrikhallen fassungslos. Noch immer laufen Transfergesellschaften, die ehemalige Mitarbeiter weiterqualifizieren sollen.

Wenn Betriebsrat, Gewerkschaft und Management verhandeln, müssen sie an einem Strang ziehen. Denn für die Beschäftigen gibt es nichts Schlimmeres als eine monatelange Hängepartie. Die Unsicherheit am Mannheimer Standort dürfte ohnehin schon groß genug sein.

 
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