Kommentar

Kaltes Eisen

Archivartikel

Peter Reinhardt erklärt die Lage der Metalltarifrunde

Die Metaller sind um die anstehende Tarifrunde wirklich nicht zu beneiden. Mitten in der Pandemie müssen sie um Lohnprozente feilschen, und das in einer höchst unübersichtlichen Wirtschaftslage. In der Branche gibt es schwer von der Krise gebeutelte Firmen, die ums Überleben kämpfen, neben Unternehmen, die von der Kurzarbeit ohne Übergang in die Mehrarbeit gewechselt sind. In diesem Umfeld fordert die IG Metall Einkommensverbesserungen von vier Prozent, die ganz oder teilweise in die Finanzierung von Arbeitszeitverkürzung fließen sollen. Das ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt ziemlich mutig.

Denn zumindest die ums Überleben kämpfenden Unternehmen brauchen eine Kostenentlastung. Auch um die Durchsetzung einer solchen Forderung ist es nicht gut bestellt, wenn Streiks und große Kundgebungen durch die Corona-Beschränkungen kaum möglich sind. Auf der anderen Seite kann die Gewerkschaft auf die überraschend positiven Konjunkturprognosen für das kommende Jahr verweisen.

Trotzdem sitzen im Moment die Arbeitgeber am längeren Hebel. Es wird also für einen Kompromiss, der die nötige Flexibilität für die Betriebe bereitstellt, viel Kreativität notwendig sein.

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