Kommentar

Kampf ums Glücklichsein

Wie die Stadt und auch der ZI-Chef Andreas Meyer-Lindenberg schon sagen: Ob ein Baum gepflanzt wird, ist letzten Endes eine Interessensabwägung. Also Politik. Dass jeder glücklich mit der jeweiligen Entscheidung sein wird – da liegt die Wahrscheinlichkeit wohl bei Null. Wobei „Glück“ hier doch das eigentliche Stichwort ist.

Denn Grün ist nach neuesten Erkenntnissen eben nicht nur gut fürs Klima und für die Stadtverschönerung. Es fördert das Wohlbefinden, hat einen positiven Einfluss auf die Fähigkeit, Stress zu bewältigen. Und das ist doch das, was jeder will: glücklich sein. Aber auch hier gibt es großes Konfliktpotenzial: In vielen deutschen Großstädten, so auch in der Quadratestadt, gibt es eine große Nachfrage nach Wohnraum. Auch Parkplätze gibt es in vielen Stadtteilen Mannheims zu wenig.

Steht Begrünung nun über diesen Ansprüchen? Nein. Wir brauchen keinen Kampf ums Glücklichsein, sondern Kompromisse. Fassadenbegrünung ist eine Alternative. Und Mannheim bezuschusst diese sogar. Laut einem Sprecher werden Planungs-, Material- und Baukosten gefördert. Die maximale Förderhöhe liegt bei 3000 Euro. Ein sehr guter Ansatz ist das zweifelsohne – da ist aber noch Luft nach oben. Doch nicht nur die Verwaltung ist gefragt. Jeder Einzelne kann etwas tun: Seinen Vermieter ansprechen oder einfach ein paar Pflanzen auf dem Balkon aufstellen. Das hilft einem selbst, und dem, der daran vorbeiläuft.

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