Kommentar

Katastrophale Folgen

Frank Schumann über den Massenrückruf bei Milch

Auch wenn sich der Produzent DMK über die Menge der zurückgerufenen Milch noch ausschweigt – alleine die Liste der betroffenen Supermarktketten lässt erahnen, wie viel des verunreinigten Lebensmittels in den Handel gelangt sein muss. Der Rückruf wirft – wie etliche Skandale zuvor – ein Schlaglicht auf die industrielle Nahrungsmittelproduktion. Wenn Milch oder Wurst in Massenfertigung entstehen, können schon kleinste Störungen katastrophale Folgen haben. Im Extremfall sogar lebensgefährliche.

Dieser Zustand ist aus Sicht der Verbraucher nicht akzeptabel. Umso schlimmer, dass nach den jüngsten Fällen sofort das altbekannte Schwarze-Peter-Spiel einsetzt, wenn es um die Frage geht, wer für die wirksame Kontrolle der Lebensmittelsicherheit zuständig ist. Der Bund verweist auf die Länder, die Länder auf die Hersteller. Die Wahrheit ist: Keiner will verantwortlich sein, weil keiner dafür bezahlen will. Auch dieser leichtfertige Umgang mit der Gesundheit der Verbraucher dürfte weiter dazu beitragen, dass die Politik Vertrauen bei den Menschen verspielt.

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