Kommentar

Kaum Begeisterung

Archivartikel

Rolf Obertreis zur Rolle von Opel bei der Autofusion

Die Probleme bei Opel sind längst noch nicht alle behoben. Klagen der IG Metall über fehlende Investitionen und Probleme mit dem Modell Grandland X im Werk Eisenach belegen dies. Trotzdem fährt der traditionsreiche Autobauer gut zwei Jahre nach der Übernahme durch den französischen Autokonzern PSA wieder in deutlich ruhigerem Fahrwasser und wies im ersten Halbjahr einen Betriebsgewinn von 700 Millionen Euro aus. Allerdings wird die Nachricht von der Fusion der Mutter mit dem italienisch-amerikanischen Autokonzern Fiat Chrysler am Stammsitz in Rüsselsheim und in den Werken Eisenach und Kaiserslautern kaum Begeisterung auslösen.

Auch wenn der Zusammenschluss mit Blick auf die Herausforderungen für die Branche im Blick auf Klimaschutz und Elektromobilität sinnvoll erscheint, macht sich bei der deutschen PSA-Tochter eher Skepsis breit: Was wird aus Opel in einem noch größeren Konzern mit zahlreichen Marken, zu denen mit Fiat auch eine zählt, die sich im für Opel entscheidend wichtigen Kleinwagen- und Mittelklasse-Segment tummelt? Was sind die Zusicherungen aus Paris und Turin für Opel wert, dass keine Fabrik geschlossen werden soll? Was wird mittelfristig mit den Arbeitsplätzen bei Opel in Deutschland, die bis 2023 vorläufig gesichert sind? Opel-Chef Michael Lohscheller ist gut beraten, schnell klare Worte zu finden und auf Sorgen der noch insgesamt rund 18 000 Opelaner in Deutschland einzugehen.