Kommentar

Keine Eifersüchtelei

Archivartikel

Peter W. Ragge zur Bedeutung einer eigenen Rettungsleitstelle

Wo welche Leitstelle sitzt, ist den meisten Bürgern völlig egal. Das hört sich für sie nach einem Insiderstreit an. Wichtig ist, dass im Ernstfall schnell fachkundige Hilfe kommt.

Doch genau darum dreht sich dieser Streit, und darum ist er so wichtig. Es geht nicht um kommunale Eifersüchteleien, sondern um schnelle, kompetente Hilfe. Und da sagt eben die Erfahrung der vergangenen Jahre, dass sich Disponenten nicht gleich gut in Sinsheim, Sandhausen und Sandhofen auskennen können. Nötig ist eine schnelle, sach- und ortskundige Krisenreaktion, und man kann den hintersten Odenwald nicht mit der Großstadt Mannheim und all ihren Risiken über einen Kamm scheren. Daher war und ist es richtig und wichtig, dass Mannheim eine eigene Leitstelle bekommt.

Aber es gibt einen zweiten, ebenso bedeutenden Aspekt. Wo die Rettungsleitstelle sitzt, da sitzt die Rechtsaufsicht. Bislang ist Mannheim in Sachen Rettungsdienst dazu verdammt, am Katzentisch zu sitzen – die Oberhoheit haben andere, auch auf Mannheimer Gemarkung. Das ist paradox. Da es um existenzielle Daseinsvorsorge, ja um Leben und Tod geht, erwarten die Bürger von ihrer Stadt, dass sie sich kümmert. Künftig hätte sie das Recht, aber auch die Pflicht, Informationen einzufordern sowie die auftretenden Probleme zu lösen – etwa bei Ausfällen.