Kommentar

Kinder stark machen

Archivartikel

Die wichtigste Nachricht kommt zuerst: Den Kindern ist nichts passiert. Als ihnen Süßigkeiten angeboten wurden, haben sie genau richtig reagiert. Sie haben die Offerte nicht angenommen, sondern sind weitergelaufen und haben den Vorfall ihren Eltern gemeldet. So muss es gemacht werden. Trotz berechtigter Sorgen um die Kinder bleibt festzuhalten, dass es sich um den ersten Vorfall dieser Art rund um die Pestalozzi-Schule handelt. Panik ist also nicht angebracht. Dennoch: Bei insgesamt etwas mehr als 20 Fällen jährlich in Mannheim ist es verständlich, dass Eltern sich fragen, wie ihre Kinder geschützt werden können.

So bitter die Erkenntnis ist: Die hundertprozentige Sicherheit, dass dem eigenen Sohn oder der eigenen Tochter nichts passiert, gibt es nicht. Aber Eltern können viel tun. An oberster Stelle steht, dem Nachwuchs beizubringen, nicht mit fremden Menschen mitzugehen – auch wenn diese mit Süßigkeiten locken. Voraussetzung dafür ist ein gesundes Selbstbewusstsein und die Fähigkeit, „Stopp“ zu sagen, wenn man etwas nicht will. Auf diesem Lernweg braucht es Erfolgserlebnisse, die dem Kind sagen: „Ich kann das schaffen.“ Dabei ist es für Eltern nicht leicht, die Balance zwischen Behüten und Loslassen zu finden. Doch es lohnt sich, denn starke Kinder sind der beste Schutz vor Übergriffen.

 
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