Kommentar

Kirche braucht die Einnahmen

Archivartikel

Thorsten Langscheid über die Folgen des Klimawandels

Die Kritik an der traditionellen, „amtlichen“ Forstwirtschaft wächst – kein Wunder angesichts des Klimawandels. Auch wenn wir dieses Jahr (noch) keine Hitzewelle erlebt haben: die anhaltende Trockenheit beschleunigt den Absterbeprozess bei vorgeschädigten Bäumen. Kahlschläge sind die Folge, egal ob Staat, Stadt oder Kirche Waldbesitzer sind.

Im Kollekturwald, der etwa ein Zehntel des Käfertaler Waldes umfasst, will die Pflege Schönau die Sache nun grundsätzlich angehen. Die nach dem Krieg zur schnellen Aufforstung aus Amerika geholte Traubenkirsche vermehrt sich aggressiv und hindert langsamere, heimische Baumarten daran, auf den trockenen Sandböden Fuß zu fassen – also muss sie raus. Dass dabei – nicht ausschließlich, aber stellenweise eben doch – Kahlflächen entstehen, wird in Kauf genommen.

Dass das Experiment Waldumbau nach 30 Jahren glücken kann, dafür soll eine bei der Renaturierung von Abraumhalden des Bergbaus erprobte Agentur garantieren. Nun ist der Wald keine wild gewachsene Natur, sondern vielfach genutztes Wirtschaftsgut. Die Stadt hat den Vorrang der Holzvermarktung längst aufgegeben – die Kirche kann das nicht. Sie braucht, bei aller sozialen und ökologischen Verpflichtungen, die Erlöse zur Finanzierung ihrer Institutionen. Der Klimawandel stellt nun auch diese jahrhundertealte, nachhaltige Wirtschaftsweise in Frage.

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