Kommentar

Klare Ansagen machen!

Archivartikel

Nun hat das Coronavirus die erste Mannheimer Schule erreicht. Da ist es verständlich, dass nicht alles reibungslos ablaufen kann, schließlich ist diese Krise eine Herausforderung für alle. Gerade jetzt ist es umso wichtiger, klare und nachvollziehbare Ansagen zu machen. Denn viele Eltern wissen in diesen Tagen überhaupt nicht mehr, wie sie sich verhalten sollen.

Da heißt es vonseiten des Gesundheitsamts, dass alle Schüler in Quarantäne sollen. Aber die Eltern dürfen weiterhin arbeiten gehen, auch wenn nicht klar ist, ob das eigene Kind bereits infiziert ist – und möglicherweise seine Eltern angesteckt hat. Aus Sorge um die Mitmenschen melden sich manche Väter und Mütter krank – können aber ihrem Arbeitgeber keinen Nachweis erbringen. Denn einen Test dürfen nur diejenigen machen, die Symptome zeigen. Den Eltern der Viertklässler bleiben daher nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie harren so lange aus, bis das Testergebnis ihres Kindes feststeht. Oder sie gehen weiterhin wie gewohnt zur Arbeit und nehmen das Risiko in Kauf, vielleicht andere anzustecken.

Ein Test für alle Betroffenen könnte rasch Erleichterung bringen. Es ist kaum verständlich, warum nicht die unteren Klassen in Quarantäne kommen. Schließlich wurden die Kinder von den gleichen Lehrern unterrichtet wie die Viertklässler. Um wirklich sicher die Infektionsketten zu unterbrechen, sollte deshalb die ganze Schule geschlossen werden.

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