Kommentar

Klare Bestätigung

Archivartikel

 

Verbraucher können sich bei den Richtern des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) bedanken. Sie haben die Rechte von Flugreisenden gegenüber den Airlines wieder einmal gestärkt. Dabei hat die höchste Instanz lediglich eine Selbstverständlichkeit bestätigt. Wenn ein Passagier einen Flug in ein Land außerhalb der Gemeinschaft bucht, und dabei außerhalb der EU umsteigen muss, gelten die Fluggastrechte der EU weiter. Kommt es beim Anschluss zu Verspätungen oder Flugausfällen, muss die Fluglinie dafür Entschädigungen gewähren. Schadenersatz haben Unternehmen in diesen Fällen bisher gerne verweigert. Es ist nicht das erste Mal, dass der EuGH für eine Klarstellung der Kundenansprüche sorgen muss. Immer wieder haben die Luxemburger sich dabei auf die Seite der Verbraucher geschlagen. Dies wirft ein schlechtes Licht auf die Luftverkehrsunternehmen und bestätigt einschlägige Erfahrungen von Reisenden. Wo immer es geht, entziehen sich die Airlines ihrer Verpflichtung gegenüber ihren Kunden. Dabei sind überbuchte Maschinen, Flugausfälle oder Verspätungen vermutlich bei allen wichtigen Spielern am Markt Teil ihrer Geschäftsstrategie, um eine möglichst gute Auslastung ihrer Kapazitäten zu erreichen. Dabei bleibt das Werbeversprechen vom guten Service häufig auf der Strecke. Mit einem harten Wettbewerb lässt sich die gängige Praxis nicht rechtfertigen. Die Fluggastrechte sind schließlich Gesetze, an dies sich jeder halten muss. Dass diese Selbstverständlichkeit immer wieder erst von Gerichten durchgesetzt werden muss, ist ein Armutszeugnis für die Branche.

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