Kommentar

Klare Botschaften

Archivartikel

Peter W. Ragge zur Entscheidung über die Generalsanierung

Die erste Botschaft des gestrigen Tages ist hervorragend: Nach dem einstimmigen Beschluss im Hautausschuss vor einer Woche hat nun auch der Gemeinderat sich zur Generalsanierung des Nationaltheaters bekannt – in ganz, ganz großer Einmütigkeit. Eine Gegenstimme, zwei Enthaltungen sind zu vernachlässigen. Es ist nun klar, dass das politische Mannheim mit ganzer Kraft hinter diesem Projekt steht. Anders wäre es auch nicht zu verantworten, eine solche, 240 Millionen Euro schwere und viele Jahre dauernde Mammutaufgabe anzugehen.

Die zweite Botschaft ist an Stuttgart gerichtet – mit der großen, parteiübergreifenden Erwartungshaltung, dass die Landesregierung angemessen hilft. Das Problem dabei ist: Vom Landtag hatte Mannheim noch nie viel zu erwarten. Er ist zu sehr Landtag, die Nordwestecke des Bundeslandes ist in Stuttgart einfach nicht im Blickfeld, die Kurpfalz gedanklich zu weit weg. Seit Jahren, ja Jahrzehnten gab es kein landespolitisches Schwergewicht mehr aus Mannheim – egal, wer an der Regierung war. Wenn Mannheim vom Land etwas bekam, etwa das Technoseum oder die Popakademie, waren allein Machtwörter der Ministerpräsidenten entscheidend, nicht die Fraktionen. Daher ist nun Ministerpräsident Kretschmann gefragt, in seinem Nachtragsetat im Oktober einen Betrag einzusetzen – nämlich 80 Millionen.

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